Fit durch die kalten Monate -
Tipps von Kati Wilhelm

Kati Wilhelm weiß, wie man bei nass-kaltem Wetter in Form bleibt. Die dreifache Olympiasiegerin und fünffache Weltmeisterin im Biathlon musste während ihrer aktiven Laufbahn mancher schlechten Witterung trotzen und auch bei Wind und Wetter im Freien trainieren. Dafür wurde sie aber auch auf ganz eigene Art belohnt: „Kleine Sünden konnte ich mir hin und wieder erlauben – an Mamas leckeren Weihnachtsplätzchen kam ich sowieso noch nie vorbei.“

Nach dem  Ende ihrer aktiven Karriere legt Kati Wilhelm weiterhin Wert darauf, fit zu bleiben. Dabei greift sie auf die Erfahrungen ihrer Karriere zurück: Langlauf und andere Wintersportarten eignen sich ausgezeichnet, um sich fit zu halten und sind nicht nur für die kalte Jahreszeit geeignet. Ihre Tipps lassen sich von jedem ganz leicht umsetzen.
 
1. Rechtzeitig um Alternativen kümmern!
Viele Trainingsprogramme stützen sich auf Freiluft-Aktivitäten wie Joggen oder Radfahren. Wird es dann draußen kalt und nass, wollen die Meisten nicht mehr trainieren. Gerade in diesem Trainings-Stopp liegt eine Gefahr für die gute Figur: Wer regelmäßig Sport treibt, kann auch mehr Kalorien zu sich nehmen, ohne zuzunehmen. Bleibt die Bewegung plötzlich aus, die Essgewohnheiten aber die gleichen, ist die logische Folge: Man nimmt zu! Wer aber schon im Vorfeld ein Workout-Programm für die eigenen vier Wände zur Hand hat, hat keinen Grund, schlapp zu machen: das Training kann weiter gehen, trotz schlechten Wetters.  

2. Minusgraden trotzen
Es wird oft behauptet, dass Sport bei allzu kalten Temperaturen gar nicht gesund sei. Das stimmt so aber nicht! Auch bei Minustemperaturen kann man Joggen gehen, man sollte nur einige Regeln beachten. Vor dem Lauf ist es jetzt wichtig, sich ausreichend aufzuwärmen. Nach dem Lauf sollte das Stretching im Haus stattfinden, denn bei einem verschwitzten Körper und niedrigen Temperaturen besteht die Gefahr einer Erkältung. Ein weiterer Tipp: Während des Laufens durch die Nase einatmen, damit die Luft bereits erwärmt wird, bevor sie in die Lunge gelangt. Ausreichend warme und gleichzeitig atmungsaktive Kleidung ist darüber hinaus Pflicht und im Fachhandel erhältlich.

3. Fit mit Skygymnastik
Nicht nur für Schneehasen ist Skigymnastik empfehlenswert: Sie kann das ganze Jahr eingesetzt werden, um fit zu werden und zu bleiben. Mindestens sechs Wochen vor einem Skiurlaub sollte man sich jedoch gezielt damit in Form bringen, um auf der Piste mehr Ausdauer und Spaß zu haben und das Verletzungsrisiko zu vermindern. Je nach Körpergewicht kann man damit etwa 200 bis 350 kcal in einer halben Stunde verbrennen.

4. Es muss nicht immer Abfahrtslauf sein!
Um abzunehmen und dauerhaft in Form zu bleiben, eignet sich in den Wintermonaten der Skilanglauf noch eher als die Abfahrt. Erstens werden mehr Kalorien verbrannt: Bei der Abfahrt verbraucht man zwischen 264 und 440 kcal, je nach Körpergewicht (60-100 kg); beim Langlauf sind es sogar 440 bis 734 kcal! Zweitens ist beim Langlauf das Verletzungsrisiko viel geringer – und Berge müssen auch nicht unbedingt in der Nähe sein. 

5. Nicht auf den Schnee warten!
Eine gute Alternative für die schneefreie Zeit ist das Laufen mit sogenannten Skikes. Das Wort setzt sich aus „Skates“ oder „Ski“ und Bike“ zusammen. So vereint dieses Sportgerät Elemente aus verschiedenen Bereichen: Skikes erinnern an eine Mischung aus großen Inline-Skates und Roll-Skiern, haben aber zwei entscheidende Vorteile: Zum einen verfügen Skikes über je zwei etwa 15 cm große Luftreifen. Dadurch sind sie wesentlich widerstandsfähiger als Inline-Skates und auch für Feldwege bestens geeignet. Zum anderen kann man über ein Bremssystem, das ähnlich funktioniert wie beim Fahrrad, schnell und zuverlässig stoppen, was beispielsweise bei Roll-Skiern nicht möglich ist. Durch diese Vielseitigkeit eignen sich Skikes für ganz unterschiedliche sportliche Betätigungen. So kann man auf ebenen Strecken im „Schlittschuhschritt“ wie mit Inline-Skates fahren. Oder man benutzt, ähnlich wie beim Skilanglauf, zwei Skistöcke, mit denen man sich abstößt. Dank der stabilen Bauweise kann man mit Skikes auch die befestigten Wege verlassen und querfeldein fahren. Je nach Vorliebe eignen sie sich also sowohl für Anfänger als auch für gut trainierte Sportler. Entsprechend unterschiedlich kann der Kalorienverbrauch sein: Die Spannweite reicht von etwa 300 kcal pro Stunde beim lockeren Abfahrtslauf bis zu 730 kcal beim Langlauf in hohem Tempo.

Kati Wilhelm (Jahrgang 1976) ist eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen. Sie ist dreifache Olympiasiegerin, Gesamtweltcupsiegerin (2006), Sportlerin des Jahres (2006) und fünffache Weltmeisterin (2001, 2007, 2008, 2 x 2009). Im Sommer 2010 beendete sie ihre aktive sportliche Laufbahn. In der Saison 2010/2011 ist Kati Wilhelm als Biathlon-Expertin in der ARD zu sehen.

Nützliche Links für weitere Informationen:

Tipps zu Joggen im Winter:
www.gesundheit.de/fitness/sport-im-winter/tipps-fuer-den-winter/joggen-im-winter

Skigymnastik-Übungen im Internet:
de.fitness.com/articles/1202/fitness-uebungen_fuer_skifahrer.php

Literaturliste von Ratgeber-Büchern für Skigymnastik:
www.skygymnastik.net

Beliebte Skilanglauf-Gebiete:
www.skilanglaufguide.de

Einführung ins Skiken:
www.cross-skating.com